+Zucker+ Mazapanes de Soto Segura

Dieses spanische Marzipanküchlein ist eine Variante des arabischen Marzipans. Neben den traditionellen Zutaten Mandel und Zucker wird hier noch Zitronenessenz und Bittermandel verwendet. Ich finde es sehr lecker und schade dass man es kaum bekommt. Zur Osterzeit gibt es das leckere Marzipan bei Goldhahn und Sampson.

Mazapanes de Soto Segura

Spannender Engadget-Artikel über den Niedergang der brasilianischen Kakao-Bauern

Hier gibt es einen sehr interessanten Artikel von Megan Giller über was sich in den 90er Jahren in Bahia in Brasilien zugetragen hat. Ziemlich verrückte Mischung aus Vorsätzen gegen schlimme Arbeitsbedingungen und katastrophalen Konsequenzen. Gibt aber auch Hoffnungsschimmer wie eigentlich immer in Brasilien. https://www.engadget.com/2018/07/27/bioterrorism-in-bahia-witches-broom-chocolate/

Reblog: Wie viel kostet ein Qualitätstee?

Gabriele von der sehr empfehlenswerten Teeseite mit Laden Nannuoshan hat einen spannenden Artikel über Qualitätstee geschrieben. Kann ich sehr empfehlen.


Wie viel kostet ein Qualitätstee?
Reden wir über Geld
Haben Sie sich jemals gefragt, wie viel von dem Geld, das Sie für Tee ausgeben, in die Tasche des Teebauern geht?
Welcher Prozentsatz des Verkaufspreises ist tatsächlich an den Anbau und die Verarbeitung der Blätter gebunden?
Wie viel kostet der Nannuoshan-Tee?
Mehr durch Zufall als durch Vorsatz finde ich mich heute als Teehändler wieder; dies sind die Preise und Kosten für einen unserer beliebtesten Tees.
Packung Nannuoshan Tee, 50g
Verkaufspreis des Pakets, ohne Mehrwertsteuer
25,70 €
Teekosten für Nannuoshan
11,18 €*
An den Landwirt gezahltes Geld
8,97 €
* einschließlich Versand aus dem Ursprungsland, Steuern und Zölle, Labortests.
35% des Verkaufspreises gehen also in die Taschen des Produzenten.
Gewinnmarge
Nannuoshan kauft Tee direkt von den Produzenten, ohne sich auf Großhändler zu verlassen, und verkauft ihn direkt an Privatpersonen, ohne Vermittlung von Einzelhändlern.
Die Differenz von 14,52 € (25,70 € – 11,18 €) entspricht nicht dem Gewinn. Mit den 14 € zahlt Nannuoshan die Miete des Lagers, Mitarbeiter, Reisen nach China auf der Suche nach Tee, Rechnungen, Sendungen, die im Preis inbegriffen sind, Kreditkarten- und PayPal-Provisionen, Webseitenmanagement und so weiter. Der tatsächliche Gewinn, abzüglich aller Kosten und Steuern, beläuft sich auf Cents und nicht auf Euros.
Was ist mit den anderen Tees?
Heute kosten 50 g Nannuoshan-Tee durchschnittlich 18 €, inklusive Mehrwertsteuer; der günstigste Tee kostet  8 €, der teuerste 90 €.
Der Preis für Tee im Ursprungsland variiert stark; die besten Tees kosten Nannuoshan im Einkauf mehr als das Hundertfache der billigsten. Um sie alle für den Verbraucher zugänglich zu machen, wenden wir eine niedrigere Preiserhöhung für die besten Tees an. Vom Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer gehen nur rund 10% in die Taschen des Produzenten der günstigsten Tees, während der Anteil des Produzenten für die exklusivsten Tees 50% übersteigt.
Wie viel kostet Tee einer großen Marke?
Oftmals erhalte ich Angebote und Preislisten von europäischen Großhändlern, tausche Daten und Informationen mit anderen Händlern aus und habe durch direkten Kontakt mit Großhändlern und Herstellern in den Herkunftsländern auch eine angemessene Übersicht über Preise und Kosten bekannter Marken, deren Produkte in den Regalen einiger Supermärkte und Teeboutiquen verkauft werden.
Nachfolgend exemplarisch ein “feiner” Tee, dessen Kosten ich nachvollziehen konnte. Die Preise der ersten drei Beträge auf der Liste stammen aus zuverlässigen Quellen. Die letzten beiden Punkte sind eine persönliche Schätzung. 
Packung “feiner” Tee einer bekannten Marke, 50g
Verkaufspreis des Pakets, ohne Mehrwertsteuer
9,30 €
Kosten des Einzelhändlers
4,80 €
Kosten für den Tee für das Unternehmen (die Marke), das den Tee vermarktet
1,00 €
Teekosten für den westlichen Großhändler
0,80 € [geschätzt]
Kosten des Tees für den Großhändler im Ursprungsland, der beim Erzeuger kauft.
0,64 € [geschätzt]
Weniger als 7% des Verkaufspreises gehen in die Tasche des Produzenten.
Gewinnmarge
Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und den Kosten für Tee vom Hersteller ist enorm, aber der Gewinn ist sehr begrenzt. Große Unternehmen, Opfer und Nutznießer des Konsumverhaltens, in dem wir leben, sind gezwungen, einen großen Teil der Einnahmen in Branding, Marketing und Verpackung zu investieren. Nur ein kleiner Teil kann in den Kauf des Produkts investiert werden.
Was ist mit den anderen Tees?
In der Welt von Nannuoshan gibt es keine Tees, die vom Produzenten 0,64 € / 50g kosten. Selbst die günstigste Teesorte ist teurer.
Für die großen Marken entsprechen 0,64 € / 50g einem feinen Tee. Mit “großen Marken” meine ich nicht Multis, die Teebeutel anbieten; diese versuchen sogar, ihre Kosten unter 1 € pro kg zu halten. Sie sind spezialisierte Unternehmen, die nur Massentees verkaufen und national für ihre Qualität bekannt sind.
Der größte Teil des Tees, der von diesen Firmen angeboten wird, kostet beim Produzenten zwischen 0,15 und 0,50 € pro 50 g und kann bei “Spitzentees” 1,50 € / 50 g erreichen.
Welchen Tee werden wir in Zukunft trinken?
Handgemachte, ganzblättrige, handverlesene und handgefertigte Tees haben in der westlichen Welt wenige Käufer. Sie befinden sich in einem Nischenmarkt, klein und exklusiv. Nur in China und Japan finden sich viele Enthusiasten, die bereit sind, so viel für hochwertigen Tee auszugeben, wie wir für eine Flasche Wein.
Der Konsum von feinem Tee in Europa nimmt jedoch zu. Von den Marktanteilen an feinem Kaffee, Wein und Schokolade sind wir noch weit entfernt. Ich hoffe jedoch, dass bald so viele Menschen 30 € pro 50 g Tee ausgeben werden, wie sie es heute bereits für guten Wein tun.


Geschrieben von Gabriele

https://de.nannuoshan.org/blogs/blog/how-much-does-quality-tea-cost

Zitate zum Tee

Jetzt wo gerade Asiaten wegen der IFA sehr präsent in Berlin sind und China für eine neue Seidenstraße mehr als eine Billion US-Dollar in die Hand nimmt und zunehmenden Einfluss in Afrika gewinnt, ein paar Worte zum Innehalten. Hier als Kontrapunkt zur Beschleunigung, Selbstausbeutung und Selbstoptimierung  zwei teeverbundene Zitate mit dem Tenor der Rückkehr zur Einfachheit, dem japanischen Konzept des Wabi-Sabi folgend.

Slowly I realised everything returns to your heart, a natural and simple life is still the happiest. For tea it is the same. At the beginning I was pursuing all kinds of tea, perfect texture of infusions, aromatic fragrance, elegant colors and so on. Now, I just gently want a simple cup of tea, that’s all!

von der Seite Medium:Tee

Hier ein Text über eine der berühmtesten Teeschalen in Japan aus koreanischer Herstellung mit einer wechselvollen Geschichte.

“Kizaemon” Koreanische Ido-Schale / frühe Yi Dynastie (15. Jh.) aus dem Besitz der Matsudaira-Familie, jetzt im Kohô-an Subtempel des Daitokuji in Kyôtô

Als ich sie sah, stockte mir das Herz: eine gute Teeschale, ja, aber wie gewöhnlich! So einfach, dass man sich einen gewöhnlicheren Gegenstand nicht vorstellen kann. Sie trägt nicht die Spur einer Verzierung, nicht die Spur eines Gestaltungswillens. Sie ist nicht mehr als eine koreanische Essensschale, eine Schale überdies, die ein armer Mensch jeden Tag benutzen würde – alltäglichste Töpferware. (…) Der Ton wurde am Hügel hinter dem Haus gestochen, die Glasur wurde mit der Herdasche gemacht, die Töpferscheibe war unregelmäßig. Hinter der Form steckt kein besonderer Einfall: Sie war eine von vielen. Die Arbeit wurde rasch ausgeführt, das Abdrehen geschah grob und mit schmutzigen Händen, das Drehen erfolgte nachlässig, die Glasur war über den Fuß gelaufen. Der Raum, in dem die Drehscheibe stand, war dunkel. Der an der Drehscheibe saß, konnte nicht lesen. Beim Brennofen handelte es sich um eine jämmerliche Angelegenheit, das Brennen wurde ohne jede Sorgfalt durchgeführt. Am Gefäß klebte Sand, aber das kümmerte niemanden; keiner legte irgendwelche Träume in dieses Ding. Bei seinem Anblick könnte ein Töpfer seinen Beruf aufgeben. (…)

Aber so muss sie auch sein. Das Einfache und Unaufgeregte, das Ungeplante, das Unverfängliche, das Direkte, das Natürliche, das Unschuldige, das Demutsvolle, das Bescheidene: worin, wenn nicht in diesen Eigenschaften, besteht Schönheit? Das Sanfte, Schmucklose, Ungekünstelte – das sind die natürlichen Charakteristika, die die Zuneigung und die Achtung des Menschen verdienen. (…) Inwiefern sollte eine so vollkommen gewöhnliche Schale so schön sein? Die Schönheit ist eine unausbleibliche Folge gerade dieser Gewöhnlichkeit. (…) Keine Teeschale übertrifft die(se) Ido-Schale an Schönheit. (…)

Die Teemeister erklärten, die koreanischen Schalen seien die Besten. Das ist ein ehrliches Eingeständnis. Warum, so fragte man sich, sind sie den japanischen Schalen überlegen? Die Antwort lautet: Die japanischen Töpfer waren bestrebt, gute Gefäße in Übereinstimmung mit anerkannten Standards oder Regeln herzustellen. Es ist aber falsch, wenn die beiden Perspektiven, unter denen Töpferware zu betrachten ist, die des Herstellers und die des Benutzers, durcheinandergebracht werden. Die Produktion wurde durch die Wertschätzung verdorben – japanische Schalen tragen den Makel des Bewusstseins. Raku Chojiro, Hon’ami Koetsu und andere individuelle Töpfer leiden alle mehr oder weniger unter derselben Krankheit. Es ist vollkommen in Ordnung, die Unregelmäßigkeiten in der Form der Ido-Schalen reizvoll zu finden, aber wenn man Gefäße mit absichtlichen Verformungen herstellt, geht dieser Reiz sofort verloren. Wenn die Glasur an einem Gefäß während des Brennvorgangs springt, ist das natürlich, es kann sich schließlich sogar als Segen erweisen; aber es ist etwas völlig anderes, wenn es aufgrund der irrigen Annahme, man befolge damit die Regeln der Teemeister, absichtlich herbeigeführt wird. Der Fußring einer Ido-Schale ist außergewöhnlich schön, aber es ist geradezu fatal, wenn man seine zufällig entstandenen Regelmäßigkeiten nachbilden will – die Schönheit geht dabei verloren.
All diese gewollten Entstellungen sind vor allem bei japanischen Schalen anzutreffen. Sie weisen eine ganz spezielle Art der Hässlichkeit auf, die beim Streben nach einer falsch verstandenen Schönheit entsteht. Es gibt auf der Welt nur wenig Vergleichbares. Die Ironie dabei ist, dass die japanischen Teemeister, die ein tieferes Verständnis für Schönheit hatten als irgend jemand sonst, zur Fortdauer dieses Missstandes beigetragen haben und noch immer beitragen. Es gibt kaum eine mit dem Raku-Stempel versehene Schale, die nicht hässlich wäre. Das läßt sich hingegen von keiner einzigen Ido-Schale sagen. Die Kizaemon-O-Ido-Schale ist die Antithese und Herausforderung von Raku.

(Soetsu Yanagi, Die Schönheit der einfachen Dinge, 1931)

von der Seite “Pott un Piepe”, der Homepage von Stefan Kummer

Grünes und violettes Eis

Die Eismacher in Kreuzberg bieten diese Saison grünes und violettes Eis an. Das ist einerseits grünes Pandan, eine in der südostasiatischen Küche verbreitete nussige vanilleähnliche Pflanze (siehe Bild unten). Andererseits gibt es noch violettes Ube aus philippinischen Süßkartoffeln. Beide schmecken großartig, leicht exotisch und katapultieren den Laden auf die Eis-Liste.

「Verpackungsdesign ௧」

Unter der obigen Überschrift gibt es (mit tamilischer Nummerierung) zukünftig mir untergekommenes Verpackungsdesign zu sehen, das ich interessant finde. Wie immer nehme ich gerne Vorschläge entgegen. Den Anfang machen Indi&Co Ginger Beer, Botanical Tonic Water und Strawberry Tonic.

 

1000Grad in Charlottenburg

Jetzt schon zweimal war ich mit Begleitung bei dem asiatischen Restaurant am Kudamm. Wir mochten fast alle der Tapas-artigen Gerichte. Die Küche ist bunt gemischt mit Einflüssen aus Korea, Vietnam, China, Japan und Thailand. Der namensgebende Robatayaki-Grill aus Japan erreicht Temperaturen bis 1000°C. Super gewürzt, gut abgestimmt und schick angerichtet. Ist nicht ganz billig aber zusammen mit der coolen Einrichtung hat der Laden überzeugt. Kommt auf die Restaurant-Liste.

    

Danke an Colocolo Design für die Fotos.